Der Pfad zur linken Hand

Marilyn Manson und Anton LaVey standen sich nahe.

Wenn im allgemeinen Volksmund von "Satanisten" die Rede ist, dann meist im Zusammenhang mit obskuren Ritualmorden und Teufelsanbetungen. Dieser Zusammenhang ergibt Sinn, denn im Mittelalter stand das Wort Satanismus vor allen Dingen für Blasphemie und die war (gelinde gesagt) nicht sehr gerne gesehen. Euch ist sicherlich aufgefallen, dass damals zwischen dem etablierten, "rechten" Glauben wie beispielsweise dem Christentum und dem Satanismus kaum eine Differenz zu erkennen war. Die einen huldigten eben Satan, die anderen beteten zu Gott.
Das alles sollte sich schlagartig durch einen Mann namens Anton Szandor LaVey ändern. Dieser war Autor der "Satanischen Bibel". Mit diesem Werk definierte er eine moderne und zeitgemäße Version des verstaubten Satanismus. Fortan war der Mensch selbst Satan. Frei nach dem Motto: ich lebe mein Leben wie ich will, denn in den Augen LaVeys ist jeder Mensch "Gott". Am deutlichsten hat er seine Lebenseinstellung in den "neun satanischen Grundsätzen" gemacht. Direkt der erste von ihnen lässt sich auch mit meier Art zu leben gut verbinden:
Satan bedeutet Sinnesfreude statt Abstinenz. 
Seltsam, oder? Eine Religion, die einem nicht den Sex vor der Ehe verwehren will oder den Konsum von Drogen verteufelt. Mit dem Teufel hat der Satanismus der Church of Satan, die LaVey 1966 gründete, sowieso kaum etwas zu tun. Die "Church of Satan" sieht sich den modernen Satanismus als Anti-Religion, die sich zwar stark von der Kirche distanziert, aber dennoch jeden Glauben toleriert.
Anton LaVey bei einem Ritual.

Toleranz ist auch einer der Hauptaspekte des satanischen Weltbilds. Ob hetero, schwul, bi, transsexuell oder sonstwas: einfach jeder darf sein, was er will. Mir wird ja auch gerne mal unterstellt, ich wäre frauen- oder schwulenfeindlich, aber das trifft einfach nicht zu. Jeder sollte das Leben leben, was er für richtig hält, solange er die Freiheit der anderen nicht damit grundlegend angreift oder einschränkt.
Wie auf dem Bild oben zu sehen, praktizieren auch Anhänger der Church of Satan Rituale. Diese Rituale dienen aber nicht irgendwelchen übernatürlichen Mächten wie man jetzt annehmen könnte, sondern der eigenen Person. Nochmal zur Erinnerung: jeder von uns ist Satan. Von solchen Ritualen halte ich nicht unbedingt viel, aber sie gehören eben zur Ästhetik, die die Church of Satan zu  inszenieren versucht.  
Auch die Pornodarstellerin Katrina Jade ist überzeugte Anhängerin der Church of Satan.

Wichtig beim näheren Betrachten des satanischen Weltbildes ist auch der fünfte satanische Grundsatz.

Satan bedeutet Rache anstatt Hinhalten der anderen Wange.
Auch interessant. Die christliche Kirche bittet einen ständig darum seinen Schuldigern zu vergeben, bei Church of Satan ist das genau umgekehrt.  Der Aspekt der Rache ist vielleicht der, der die meisten Leute abschreckt. In der satanischen Bibel steht es jedoch eindeutig geschrieben, dass es sich hierbei nicht um eine Anstachelung zum Mord (Blutrache) handelt. Von irren Serienmörder wie Charles Manson distanziert man sich auch bereits im Vorwort. Der war zwar auch ein Fan von LaVey, aber für seine Fans kann man nichts.
Da auch Sexpartys mit wilden Gangbangs von Satanisten gefeiert werden und die Sexualität im Allgemeinen einen hohen Stellenwert genießt, ist die Church of Satan auch für Pornodarstellerinnen attraktiv. Da fällt mir zum Beispiel eine meiner Lieblings-Darstellerinnen Katrina Jade, die allein schon durch den Teufelsschwanz an ihrem "Slut"-Tattoo eine gewisse Nähe zum Satanismus nicht verbergen kann.
Worauf ich aber eigentlich in diesem Beitrag hinauswollte, ist die abwegige Frage, ob der Satanismus eine zeitgemäßere Religion ist als jene des rechten Pfades und die Antwort ist ganz klar ja. Ich bin ganz klar für eine gesunde Selbstliebe und Toleranz. Für mich ist der Glaube an einen Gott abwegig- aber das sollte jeder mit sich selbst ausmachen. Ich empfehle jedem die Lektüre der satanischen Bibel von Anton LaVey- mir hat es die Augen geöffnet. Ich bin immer noch kein Satanist, jedoch haben sich einige meiner Ansichten auf die Welt drastisch verändert.


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