Ein Schritt nach links und ein Schritt nach rechts

Bodo Ramelow wäre fast wieder Ministerpräsident Thürings geworden, aber "fast" heißt eben "nicht". 

Die Thüringen-Tragödie, die angeblich ein Angriff auf die Demokratie seitens der AfD war, hat wie es aussieht Björn Höcke mehr geschadet als geholfen. Passend zum Zeitgeist wäre mittlerweile sogar auf Bundesebene eine Regierung bestehend aus Linken, Sozialdemokraten und Grünen denkbar. Verständlich, denn den Mainstream-Medien war jedes Mittel recht, um die AfD als demokratiefeindlich darzustellen. Das wiederum kann man sehen wie man will, aber wenn ich Thüringer wäre, würde ich auch nicht gerne von jemandem repräsentiert werden, der nichts gegen zum Beispiel die importierte Clan-Kriminalität machen will.
Was mich jedoch sowohl bei den Linken als auch bei den Rechten schockiert, sind ihre Mittel und Wege ihrer Meinung Gehör zu verschaffen. Sowohl Thomas Kemmerich (FDP) als eben auch Bodo Ramelow werden seit der Wahl aufs Übelste beschimpft und bedroht. Das geht gar nicht, scheißegal was man für eine Abneigung gegen die Politiker hat.
Der Chef der Werteunion, Alexander Mitsch, spendete an die AfD. 

Der allgemeine Linksruck der Gesellschaft hat sich mittlerweile auch schon in der CDU bemerkbar gemacht. Die Werteunion, ein konservativer Verein in den Reihen der Christdemokraten, hat wohl eine nicht von der Hand zu weisende Nähe zur AfD. Diese führte die Tage dazu, dass eben jener Verein von dem ehemaligen Europaabgeordneten Elmar Brok als "Krebsgeschwür" bezeichnet wurde. Im genauen Wortlaut klang das dann so:
Dieses Krebsgeschwür darf nicht in die Partei hineinkriechen!
Klare Worte. Nur ist Elmar Brok eben nicht der einzige, der politisch anders gesinnte als "Krebsgeschwür" bezeichnet. Das taten die Nazis damals auch, worauf die WerteUnion auch direkt auf Twitter aufmerksam machte:

Wir möchten Sie in aller Ernsthaftigkeit erinnern, daß das besagte Wort eindeutig aus dem Giftschrank der NS-Rhetorik stammt. Demokraten sprechen so nicht!
Schon seltsam wenn man die AfD und vor allen Dingen Björn Höcke für Nazi-Rhetorik kritisiert, aber dann selbst welche verwendet. Zwar gibt sich die CDU als Partei der Mitte, doch das ist sie schon lange nicht mehr. Ich war zwar wirklich erleichtert, dass Thomas Kemmerich in Thüringen von der CDU gewählt wurde und nicht Ramelow, aber das tut nichts zur Sache. 
Die Werteunion setzt sich unter anderem auch gegen eine Kooperation von Antifa und CDU ein. Mir stellt sich da die Frage, warum man sich dagegen überhaupt einsetzen muss- immerhin ist man doch "die Partei der Mitte".
Für den linken Gesinnungswandel in der CDU war mitunter auch Angela Merkel verantwortlich. Die Werteunion versucht ihn rückgängig zu machen und wird nun aus den eigenen Reihen angefeindet. Absurd.
Elmar Brok bezeichnete die Werteunion als "Krebsgeschwür".

In meinen Augen versucht die CDU junge Wähler dazu zu gewinnen. Dafür legt sie ihre konservative Haltung in vielen Bereichen ab und versucht andere Wege zu gehen, die immer mehr in Richtung links bis linksextrem abdriften. Das Thüringen-Debakel könnte bundesweit Neuwahlen herbeiführen, die wahrscheinlich dann die Grünen als zweitstärkste Kraft des Landes etablieren. Wenn das passiert haben wir alle ein Problem.

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