Geschlechtsumwandlung ahoi!

Auch die Straßen werden weniger stark befahren durch das Kontaktverbot.

Seit nunmehr acht Tagen gilt in Deutschland das sogenannte Kontaktverbot, das heißt man darf sich im öffentlichen Raum nur noch mit einer Person treffen und das wars. Ausnahmen gibt es natürlich, dazu gehören Menschen, die im eigenen Haushalt leben und die Familie. Fast alle Läden haben geschlossen, in Supermärkten prägen Absperrbänder das Gesamtbild. Zwar gibt es innerhalb der Bevölkerung fast nur zur Zuspruch für diese Maßnahmen, denn keiner will, dass wir eine Situation wie in Italien erleben müssen, aber die Anspannung ist jedem deutlich anzusehen. Jeder, der hustet, ist automatisch verdächtig. Er könnte mit Corona infiziert sein. Das führt zu Wutausbrüchen irrsinnigster Art und ich erkenne nichts davon, dass sich die Leute durch die Pandemie plötzlich solidarischer und hilfsbereiter zueinander verhalten. Jeder hat Angst um seine Liebsten, aber nicht um Person XY, die in der Schlange mit exakt 1,5 Metern Sicherheitsabstand vor einem steht. Der wird zwar nichts böses gewünscht, aber auf dem Papier ist sie ein potenzieller Überträger.
Diese dystopischen Zustände, in denen wir derzeit leben, verstärken sich nun jedoch für jeden, der keine Frau ist. Denn zwar erkranken Männer und Frauen praktisch gleich oft an Covid-19- doch zwei Drittel derer, die sterben sind Männer. Es scheint so, als hätte die Natur mit Corona den Zeitgeist getroffen. Der in Männerhass ausartende Feminismus, der mich sowieso von Tag zu Tag immer mehr auf die Palme bringt, ist jetzt offiziell legitimiert. Doch woran liegt es, dass Frauen scheinbar besser gegen Corona gewappnet sind? Das liegt nicht an einer mysteriösen Aura, die sie vor allen äußeren Einflüssen schützt, sondern angeblich an der gesünderen Lebensweise vieler Frauen und dem Hormon Östrogen (Quelle). Dieses soll angeblich das Immunsystem stärken und Frauen weniger anfällig für durch Viren ausgelöste Krankheiten machen. Das kann ich nicht entkräften, doch stutzig bin ich dennoch.
Liegt es wirklich nur daran, dass Frauen weniger saufen und rauchen?

Es war ja absehbar, dass wieder mal auf alle, die gerne mal genüsslich eine quarzen oder einen guten Rotwein trinken, eingedrescht wird. Rauchen und Saufen, das sind frei nach den Stereotypen der letzten Jahrzehnte, rein männliche Angewohnten. Doch weit gefehlt: selbst der vom SPIEGEL interviewte Professor Dr. Marcus Altfeld, der die Abteilung Virus Immunologie am Heinrich-Pette-Institut (HPI) in Hamburg leitet, stellt fest:
Rauchen ist ganz sicher ein Risikofaktor. Dass allerdings Männer mehr rauchen als Frauen, mag zwar auf China zutreffen. In europäischen Populationen ist das aber gar nicht mehr so ausgeprägt. Teilweise rauchen hier sogar die Frauen öfter. 
Ja, es gibt auch Frauen, die rauchen. Und sie sollen das auch dürfen, genauso wie es Männer dürfen sollten. Die Rufe jener militanter Nichtraucher, die fordern, man solle Raucher, die Covid-19 haben, erst gar nicht behandeln, werden zwar immer lauter, doch wir dürfen ihnen kein Gehör schenken. Ich finde die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zwar gut, aber eine gelegentliche Kippe und abends ein kleines Feierabendbier lasse ich mir nicht verbieten. Die Gesundheits-Moralapostel werden immer ein Weg finden jedes Genussmittel kaputt zu reden, das ist logisch.
Außerdem kommt noch hinzu, dass diese Statistiken zum jetzigen Zeitpunkt relativ nichtssagend sind. Es gibt keine Langzeitstudien zum Corona-Virus und bis es die geben wird, dauert es wohl auch noch ein Weilchen. Daher sollten sich Frauen vorerst genauso wenig in Sicherheit wiegen wie Männer. 

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