Wird 2020 das reale "1984"?

Der Wikileaks-Gründer Edward Snowden befürchtet orwellsche Zustände.

Die Mehrheit der Deutschen zeigt sich ausgesprochen einsichtig, was die durch die Corona-Pandemie nötig gewordenen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen betrifft. Auch Handy-Tracking wird von vielen befürwortet, wenn dafür dann Menschenleben gerettet werden könnten. Die große Gefahr, dass diese Überwachungsmaßnahmen auch nach der Krise weiter eingesetzt werden, ist kaum bekannt. Der Wikileaks-Whistleblower Edward Snowden fand dafür klare Worte (Quelle):
Die Corona-Überwachung wird den Virus überleben. 
Wenn es jemand wissen muss, dann Snowden. Er als ehemaliger CIA-Mitarbeiter machte anno 2013 bekannt wie viel amerikanische Geheimdienste tatsächlich mithören- und das weltweit. Das natürlich immer unter dem Vorwand, islamistische Terroranschläge, wie den am 11. September 2001 auf das World Trade Center, verhindern zu können. Der 11. September hat nun schon einige Jahre auf dem Buckel, nun musste ein neuer vorgeschobener Grund her die Bürger auf Schritt und Tritt zu beobachten und abzuhören. Da eignet sich die Corona-Pandemie perfekt.
Ich bin auch der Meinung, dass wir alles uns mögliche in Gang setzen sollten, um die Verbreitung von Covid-19 einzudämmen. Anfangs war ich ziemlich entsetzt darüber, dass die Bundesregierung unsere Freiheiten so grundlegend beschnitten hatte wie noch nie zuvor, aber mittlerweile habe selbst ich verstanden, dass in dieser Handlung eine Notwendigkeit besteht. Irgendwo ist es freilich auch eine Doppelmoral, sich gegen Handy-Tracking und Datenschutz einzusetzen und gleichzeitig uneingeschränkt die gesamte Privatsphäre mit Facebook zu teilen. Nichtsdestotrotz kann eine Überwachung des Staates drakonische Folgen haben.
In seinem Roman "1984" erzählt George Orwell von einer Gedankenpolizei.

Denn aus Handy-Tracking kann auch mal binnen kürzester Zeit das Checken des Browserverlaufs werden. Vielleicht hat man sich den TOR-Browser installiert und surft im DarkNet- schnell ist einem die Polizei auf den Fersen. Unser höchstes Gut, die Meinungsfreiheit, würde man dann ad absurdum führen. Theoretisch wäre es im Jahr 2020 überhaupt kein Problem mehr eine Gedankenpolizei wie in George Orwells dystopischem Roman "1984" umzusetzen. Gedanken lesen können wir zwar nach wie vor nicht, aber unsere Aktivitäten im Internet sagen viel über uns aus. Unbequeme Meinungen könnten so ohne weitere Probleme eliminiert werden. Andersdenkende würde es kaum noch geben. Einschränkungen aufgrund Corona sind richtig und wichtig, die Freiheit zu sagen und zu denken, was wir wollen, dürfen wir uns aber nicht nehmen lassen. Deshalb sage ich ganz entschieden: ich bin gegen Handy-Tracking und denke, dass es bessere Mittel und Wege gibt die Menschen voneinander zu isolieren.